Wer Software für die Einsatzplanung baut, spricht schnell vor allem mit Geschäftsführern und Projektleitern. Das sind selten die Leute, die morgens um sieben im Servicefahrzeug sitzen und merken, ob die Planung im Alltag trägt.
An der ineltec 2026 am 9. und 10. September in Zürich war das anders. Viele Betriebe sind mit dem ganzen Team angereist, vom Lernenden über den Monteur bis zur Geschäftsleitung. Dazu kam die Fachtagung Digitalisierung Gebäudetechnik. Zwei Anlässe, an denen wir vor allem eines gemacht haben: zugehört.
Wenn der Monteur die Ansicht anders liest als der Disponent
Mehrere bestehende Kunden kamen mit ihren Mitarbeitenden an unseren Stand. Und ein paar Mal passierte dasselbe: Ein Monteur schaute auf eine Ansicht, die er täglich nutzt, und sagte, er verstehe nicht recht, wozu eine bestimmte Information dort stehe.
Das ist eine unangenehme und zugleich nützliche Rückmeldung. Denn die Ansicht war nicht falsch gebaut, sie zeigte nur das, was aus Sicht der Planung wichtig ist. Im Gespräch wurde schnell klar, welche Angaben auf der Baustelle tatsächlich gebraucht werden, und dass andere Informationen an dieser Stelle wertvoller wären als die aktuellen.
Solche Sätze hört man nicht in einer Demo und nicht in einem Supportticket. Man hört sie, wenn jemand vor dem Bildschirm steht, der damit arbeitet.
Servicetechniker planen sich selbst
Die zweite Rückmeldung betraf kurzfristige Einsätze. In der mobilen Einsatzplanung können Mitarbeitende mit entsprechender Berechtigung eigene Einsätze in der Zukunft erfassen.
An der Messe zeigte sich, dass vor allem Servicetechniker und Servicemonteure diese Möglichkeit nutzen, und zwar für einen konkreten Fall: Sie sind beim Kunden vor Ort, es stellt sich heraus, dass ein zweiter Termin nötig ist, und sie tragen ihn gleich selbst ein. Kein Rückruf ins Büro, keine Notiz, die später vergessen geht.
Dass die Funktion im Alltag so ankommt, freut uns. Sie löst in der Serviceplanung ein echtes Problem, weil die Information dort erfasst wird, wo sie entsteht.
Was wir mitnehmen
Der Austausch an solchen Anlässen ersetzt keine Marktforschung, aber er korrigiert die Perspektive. Wer einen Tag lang mit Leuten spricht, die ihre Einsätze tatsächlich abarbeiten, merkt rasch, welche Funktionen im Alltag zählen und welche vor allem in einer Präsentation gut aussehen.
Genau dafür sind wir Mitglied bei EIT.swiss und suissetec, ab 2027 auch bei der EEV. Nicht wegen der Logos, sondern um so oft wie möglich an Anlässen dabei zu sein, an denen alle Beteiligten der Branche zusammenkommen. Dort entstehen diese Gespräche.
